BLICK und SINN

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BLICK UND SINN

Marcia Breuer, Annette Grotkamp, Dorothea Heinrich, Farideh Jamshidi, Julia Malgut, Lene Markusen, Alexander Rischer, Peter Schindler, Hassan Sheidaei

Kuratiert von Farideh Jamshidi und Peter Schindler

Preview: Donnerstag, 4. Juni 2026, 18 Uhr

Eröffnung: Samstag, 6. Juni 2026, 18 Uhr mit einer Einführung von Dr. phil. Anne Simone Kiesiel um 18:30 Uhr

Ausstellung: 7. – 21. Juni 2026

Öffnungszeiten: Samstag und Sonntag, 15 – 18 Uhr

Die Ausstellung "Blick und Sinn" versammelt neun unterschiedliche künstlerische Positionen aus Fotografie und Video und widmet sich der vielschichtigen Beziehung zwischen Sehen und Verstehen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Bilder Bedeutung erzeugen und unseren Sinn für Wirklichkeit prägen. Bilder sind dabei mehr als bloße Abbilder der Realität – sie formen Wahrnehmung, lenken Aufmerksamkeit und eröffnen neue Möglichkeiten des Denkens und Fühlens. Der Blick, mit dem wir die Welt betrachten, ist nie neutral: Er entsteht aus persönlichen Erfahrungen, Erinnerungen, kulturellen Prägungen und individuellen Haltungen. Auf diese Weise wird jede fotografische oder filmische Arbeit zu einem eigenen Zugang zur Welt, der Wahrnehmung sichtbar macht und zugleich hinterfragt.

Zwischen Beobachtung und Interpretation, Intuition und Reflexion eröffnen die Arbeiten der Künstlerrinnen und Künstler unterschiedliche Perspektiven auf Mensch, Raum und Zeit. Einige Positionen richten den Fokus auf flüchtige Momente des Alltags und auf Situationen, die im Vorübergehen leicht übersehen werden. Andere setzen sich mit den Strukturen des urbanen Raums auseinander, untersuchen soziale Beziehungen oder richten den Blick auf Landschaften und ihre atmosphärischen Qualitäten. In der Bewegung des Videos ebenso wie im stillen Moment der Fotografie entstehen Bildräume, in denen Realität verdichtet, verschoben oder neu erzählt wird. Das Sichtbare wird dabei nicht nur festgehalten, sondern auch transformiert – durch Perspektive, Rhythmus, Licht oder Montage.

Die Vielfalt der künstlerischen Ansätze macht deutlich, dass Sehen immer auch ein Prozess des Deutens ist. Bilder können dokumentieren, erinnern, irritieren oder neue Fragen aufwerfen. Sie können vertraute Situationen in ein anderes Licht rücken oder scheinbar Bekanntes neu erfahrbar machen. Dadurch laden sie dazu ein, innezuhalten und den eigenen Blick zu schärfen – für das Offensichtliche ebenso wie für das Verborgene, für Details ebenso wie für größere Zusammenhänge.

Jeder Blick wird so zum Ausgangspunkt einer eigenen Erzählung, jeder filmische Moment zur Einladung, Wahrnehmung neu zu denken. In der Gegenüberstellung der künstlerischen Positionen in der Galerie des Künstlerhauses Bergedorf entsteht ein vielstimmiger Dialog, der die Beziehung zwischen Bild und Bedeutung sowie zwischen äußerer Wahrnehmung und innerem Empfinden erkundet. „Blick und Sinn“ eröffnet damit einen Raum, in dem visuelle Erfahrung und persönlicher Sinn aufeinandertreffen und neue Perspektiven auf unsere Wirklichkeit entstehen.

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Die Ausstellungen und die Website werden mit Mitteln des Bezirksamtes Bergedorf und der Kulturbehörde Hamburg gefördert.

© Künstlerhaus Hamburg-Bergedorf / Möörkenweg 18 b-g / 21029 Hamburg